Berlin in internationalen Netzwerken

Berlin beteiligt sich an internationalen Kooperationen und kommunalen Bündnissen, die sich seit den 1990er Jahren zum Austausch und zur Entwicklung gemeinsamer Strategien zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit formiert haben. Durch die energiebezogenen Rahmenprogramme der Europäischen Union werden regionale und lokale Klimaschutzaktivitäten unterstützt und gefördert. 

 

Zahlreichen Berliner Projekten zum Einsatz erneuerbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz fließen Mittel aus europäischen Wirtschafts- und Technologieförderprogrammen zu, z. B. im EU-Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP). Die internationalen Zusammenschlüsse von Städten und Gemeinden dienen als Forum zum Austausch über lokale Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategien und nehmen weitere wichtige Aufgaben wahr.

  • Kommunale Bündnisse schreiten mit ihren Beschlüssen den internationalen Verhandlungsparteien zur Klimarahmenkonvention voran. Lange vor Verabschiedung des Kyoto-Protokolls haben sich die europäischen Mitgliedsgemeinden des Klima-Bündnisses zur Einhaltung von konkreten und ehrgeizigen Minderungszielen verpflichtet und setzen damit Maßstäbe für die europäische Verhandlungsposition in den internationalen Klimaschutz-Verhandlungen.
  • Nicht zuletzt auch durch ihre Klimaschutzerfolge sind die Bündnisse zu einem nationalen und internationalen Interessenvertreter der Kommunen im europäischen und nationalen Gesetzgebungsprozess und auch in internationalen Verhandlungen geworden. In dieser Funktion beteiligen sie sich daran, die europäischen und nationalen Rahmenbedingungen lokaler Klimapolitik zu verbessern.

C40 Climate Leadership Group

Im Jahr 2005 trafen sich Vertreter von 18 Großstädten der Welt in London, um über die globale Erwärmung und die Anpassung an den Klimawandel zu diskutieren. Am Ende der Konferenz unterzeichneten die Anwesenden ein Communiqué, in dem sie sich dazu bereit erklärten, gemeinsam den Emissionen klimaschädlicher Gase zu reduzieren.

Hinter dem Kürzel “C 40” verbergen sich heute über 80 große Städte der Welt, die “Megacities”. Sie haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die mit Unterstützung der “Clinton Foundation” regelmäßige Tagungen durchführt, um sich über gemeinsame Strategien und Lösungen zum Schutz des Klimas auszutauschen.

 

Covenant of Mayors

Der Konvent der Bürgermeister ist eine offizielle europäische Bewegung, im Rahmen derer sich die beteiligten Städte freiwillig zur Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung nachhaltiger Energiequellen verpflichten. Selbst auferlegtes Ziel der Unterzeichner des Konvents ist es, die energiepolitischen Vorgaben der Europäischen Union zur Reduzierung der CO2-Emissionen um 20 % bis zum Jahr 2020 noch zu übertreffen.

Im Zuge des 2008 vorgelegten Integrierten Energie- und Klimapakets der EU rief die Europäische Kommission den Konvent der Bürgermeister ins Leben, um Kommunen bei der Umsetzung einer nachhaltigen Energiepolitik zu unterstützen. Lokalregierungen spielen eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz: 80 % des gesamten Energieverbrauchs und CO2-Ausstoßes werden dem städtischen Leben zugeschrieben. Der Konvent der Bürgermeister wurde von europäischen Institutionen als Vorzeigeprojekt der Mehrebenenpolitik gelobt, was nicht zuletzt daran liegt, dass es sich um eine beispiellose Bewegung handelt, die lokale und regionale Akteure zur Erfüllung von EU-Zielen motiviert.

Unter den Unterzeichnern finden sich sowohl kleine Gemeinden als auch große Metropolregionen wie London oder Paris. Unterzeichner des Konvents verpflichten sich dazu, innerhalb eines Jahres nach Unterzeichnung einen Aktionsplan für nachhaltige Energie für ihr Gebiet vorzulegen und umzusetzen; Ziel ist die Senkung der CO2-Emissionen um mindestens 20 % bis zum Jahr 2020.

ICLEI

Berlin ist Mitglied des internationalen Verbandes kommunaler Regierungen ICLEI – Local Governments for Sustainability, der auf die Förderung von Nachhaltigkeitsstrategien setzt.

Im Jahr 1990 gründeten über 200 Repräsentant/innen von Kommunen, lokalen Gebietskörperschaften und kommunalen Verbänden bei einer Konferenz mit Unterstützung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in New York (USA) den "International Council for Local Environmental Initiatives" (ICLEI). Im Jahr 2003 wurde das Netzwerk umbenannt in "ICLEI – Local Governments for Sustainability", um die starke Fokussierung auf Nachhaltigkeit deutlich zu machen.

Das Netzwerk initiiert und koordiniert verschiedene Projekte und Kampagnen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und des Umweltschutzes. Es begleitet insbesondere die Klimakonferenzen im Rahmen des Kyoto-Prozesses. ICLEI berät und unterstützt seine Mitglieder weltweit bei der Umsetzung einer nachhaltigen Stadtpolitik, veranstaltet Workshops, Schulungen und Konferenzen und gibt einen Newsletter heraus. Das Netzwerk hat seinen internationalen Hauptsitz Anfang 2010 von Toronto (Kanada) nach Bonn (NRW) verlegt; Freiburg ist Sitz der europäischen ICLEI-Regionalorganisation.

Klima-Bündnis e.V.

Berlin ist seit 1990 Mitglied im Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V. Berlin gehört damit zu den Gründungsmitgliedern des heute größten europäischen Städtenetzwerks, das sich gemeinsam zum Schutz der indigenen Völker des Regenwaldes verpflichtet hat.

Seit seiner Gründung sind mehr als 1.600 Städte, Gemeinden und Landkreise in vielen europäischen Ländern dem Klima-Bündnis beigetreten. Bundesländer, Verbände und andere Organisationen wirken als assoziierte Mitglieder mit. Mit seinem Beitritt zum Klima-Bündnis verpflichtet sich Berlin freiwillig zu folgenden Zielen:

  • Reduktion der CO2-Emissionen um 10 % alle fünf Jahre
  • Halbierung der Pro-Kopf-Emissionen bis spätestens 2030 (Basisjahr 1990)
  • Schutz der tropischen Regenwälder durch Verzicht auf Tropenholznutzung
  • Unterstützung von Projekten und Initiativen der indigenen Partner

Eine stabile Partnerschaft für den globalen Klimaschutz

Das Klima-Bündnis ist ein europäisches Netzwerk zum Schutz des Weltklimas. Die Mitgliedskommunen setzen sich für die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen vor Ort ein. Ihre Bündnispartner sind die indigenen Völker in den Regenwäldern Amazoniens. Die Mitgliedsstädte und -gemeinden im Klima-Bündnis engagieren sich für den globalen Klimaschutz und haben sich folgende Ziele gesetzt:

  • Verringerung der Treibhausgasemissionen.
  • Unterstützung der indigenen Völker.
  • Erhalt der Tropenwälder und ihrer biologischen Vielfalt.

Städtenetzwerk Metropolis

Metropolis ist mit mehr als 100 Mitgliedstädten das größte internationale Städtenetzwerk der Millionen- und Hauptstädte.

Hauptanliegen ist das gegenseitige Lernen voneinander mit dem Ziel der stetigen Verbesserung der Lebensverhältnisse für die Bürger in Groß- und Megastädten. Die Berliner Metropolis-Aktivitäten werden durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen koordiniert. Das Netzwerk repräsentiert 685 Millionen Bürger weltweit.

World Mayors Council on Climate Change

Der World Mayors Council on Climate Change (WMCCC) ist ein Bündnis von über 50 Bürgermeistern zum Schutz des Klimas und für die globale Nachhaltigkeit.

Der Weltbürgermeisterrat zum Klimaschutz (World Mayors Council on Climate Change, WMCCC) ist eine Allianz von engagierten Bürgermeistern und Stadträten, die sich für eine wirksame weltweite Klimavereinbarung und eine Anerkennung der Städte als Akteure im globalen Klimaschutz einsetzen. Der Rat spielt eine zentrale Rolle bei der internationalen Klimaschutzvereinbarung der Städte, dem sog. Mexico City Pact, und dem Klimaregister der Städte. Der 2005 in Montréal/Kanada gegründete Weltbürgermeisterrat ist beim Weltsekretariat von ICLEI in Bonn angesiedelt.