Direkt zum Inhalt

Smart Grid – CO2-neutrale Energieversorgung für Quartiere

September - Oktober 2015
Foto: Berlins erstes Micro Smart Grid

Ein Anwendungsfall für „Smart Grids“ ist die Einbindung in Konzepte für nachhaltige Stadtquartiere. Smart Grids werden die Energieversorgung besonders in Ballungsräumen in den kommenden Jahren stark verändern. Dabei sollen die energetischen und wirtschaftlichen Aspekte der Energieversorgung mit den Zielen des Klimaschutzes und der Sozialverträglichkeit verknüpft werden. Zu den Akteuren, die solche intelligenten Netze in diesem Rahmen umsetzen, gehören Projektentwickler, Netzbetreiber, Anlagenhersteller, die Immobilien-wirtschaft, Stadtplaner und Endverbraucher.

Die Idee hinter dem Begriff „Smart Grid“ wird schon heute in Stadtquartieren, die beispielsweise aus einem ehemaligen Industriestandort oder einer Bahnanlage heraus entwickelt werden, umgesetzt. Im Zuge einer Umstrukturierung werden innerstädtische Räume für Wohn- und Arbeitsquartiere erschlossen.

Die Energieversorgung dieser Räume wird dabei von Anfang an „smart“ geplant, um ökologische, ökonomische und soziale Potenziale für die Nutzer des entstehenden Quartiers zu nutzen. Neubauten im Passivhausstandard, Plusenergiehäuser und energetisch sanierte Bestandsgebäude bieten beste Voraussetzungen für die CO2-neutrale Energieversorgung. Denn ein weiteres Merkmal von „Smart Grid“ Konzepten in Quartieren ist die Nutzung von einem möglichst hohen Anteil regenerativer Energie. Welche Energieträger dabei zum Tragen kommen, hängt von den lokalen Rahmenbedingungen ab.

Auf dem EUREF-Gelände in Berlin – hier wird das erste Micro Smart Grid Berlins errichtet – erzeugen sechs Kleinwindanlagen, zwei Photovoltaik-Anlagen und ein mit Biomethan gespeistes  Blockheizkraftwerk erneuerbaren Strom. Wird im Micro Smart Grid mehr Strom benötigt als produziert, stehen zwei stationäre Speicher zur Versorgung bereit. Zukünftig sollen auch die Batteriespeicher von Elektroautos diese Zeitspannen überbrücken. Gesteuert wird das Schöneberger Micro Smart Grid lokal durch ein System der Firma Schneider Electric. Die Vorgaben für die Steuerung werden dabei von der Leitwarte der NBB kommen. Hier werden die Energieflüsse ebenso aufbereitet und visualisiert. Zukünftig sollen die Betrachtungen auf andere Energiearten ausgedehnt und so eine spartenübergreifende Steuerung realisiert werden.

Wie kommt die ‚Intelligenz‘ ins Netz? Wie wirken Energieüberschüsse auf Smart Grids? Welche Konsequenzen ergeben sich für die Nutzer? Diese und weitere Fragen beantwortet jetzt der Experte.

Stellen Sie dem Experten hier Ihre Frage!

Sie fragen - der Experte antwortet

Mich interessiert, welche Möglichkeiten und Notwendigkeiten Sie sehen, das Thema Smart Grid verstärkt in die Stadtplanung und die Entwicklung abgegrenzter Stadträume, Kieze oder Quartiere, einzubringen?

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um Smart Grids zu realisieren? Wann machen Smart Grids Sinn?

Smart Grids werden als Teil einer nachhaltigen Energieversorgung gesehen. Erfahrungen mit Pilotprojekten in Quartieren und Regionen liegen bereits vor. Um das Thema Smart Grid in Berlin und anderen Kommunen aus der „Nische“ zu bringen und breitenwirksam umzusetzen, bedarf es sicherlich noch der weiteren gesamtstädtischen Steuerung und vor allem einer Zusammenarbeit der Akteure vor Ort.

Welche Handlungsansätze sehen Sie als die wichtigsten an bzw. sollten in der Praxis forciert werden?

Mich interessiert, ob wir mit dem "Smart Grid" gerade anfangen, was "Neues" zu erfinden und ob Siemens und die USA mit ihren Anwendungen zum Smart Grid schon Meilen voraus sind.

Gibt es Praxisbeispiele für dieses Thema in Berlin?