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TerraBoGa - Aufarbeitung von Abfall zu Schwarzerde durch Terra Preta-Technologie

Umsetzung durch:Freie Universität Berlin, AG Organische Umweltgeochemie
Finanzierung:UEP II (EU, Land Berlin), Eigenmittel
Projektvolumen:985.534 €
Zeitraum:2010 – 2013

Im Botanischen Garten Berlin fällt jährlich etwa 1.500 m³ organischer Abfall wie Grünschnitt an. Ein Großteil dieses organischen Materials bleibt bisher ungenutzt und wird energie- und kostenintensiv entsorgt.

Auch die Fäkalien der Angestellten und der jährlich über 300.000 Besucherinnen und Besucher werden nach üblichem Standard als Abwasser weggespült. Demgegenüber steht ein Bedarf an ca. 350 m³ Kompost, Zuschlagstoffen und Fertigerden, die bisher pro Jahr zugekauft werden müssen. Es entstand daher die Projektidee, am Beispiel des Botanischen Gartens eine innovative Lösung zur Schließung dieser Stoffkreisläufe zu entwickeln. Alle vorhandenen Nährstoffressourcen im Botanischen Garten sollten einbezogen werden, um eine besonders fruchtbare Pflanzerde herzustellen.

Was bisher auf dem Kompost landete oder teuer entsorgt wurde, soll künftig in kleintechnischen Anlagen zu nährstoffreicher Schwarzerde werden. Für die „Berliner Schwarzerde“ wird die Terra Preta-Technologie, die im Amazonasgebiet vor Jahrhunderten von den Ureinwohnern entwickelt wurde, genutzt. Terra Preta (portugiesisch = schwarze Erde) ist eine anthropogen erzeugte Schwarzerde mit einem erheblich höheren Nährstoff- und Wasserspeichervermögen als es natürlich entstandene Böden aufweisen.

Das innovative Forschungs- und Entwicklungsvorhaben verfolgt den Null-Emissions-Ansatz verbunden mit einer fast vollständigen Kreislaufwirtschaft. Durch die Herstellung von Terra Preta-Substraten kann der Stoffkreislauf innerhalb des Botanischen Gartens geschlossen werden. Eine erste grobe Abschätzung zeigt ein erhebliches CO2-Minderungspotenzial durch die gezielte Herstellung und Verwertung von Terra Preta. Im Botanischen Garten können die CO2-Emissionen jährlich um bis zu 420 t vermindert werden, da die Schwarzerde als ungewöhnlich stabiler CO2-Speicher fungiert. Im derzeit praktizierten Kompostier- und Mulchverfahren werden im Vergleich dazu lediglich ca. 50 t CO2 gespeichert. Das Vorhaben leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Projektbeteiligte (u. a.)
  • Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem
  • Palaterra GmbH
  • HATI GmbH
     
  • Topic

    • Ressourceneffizienz,
    • Stoffkreislauf,
    • Umwelt,
    • Umweltentlastungsprogramm
  • Handlungsfeld

    • Öffentlicher Raum
  • Maßnahme

    • Forschung / Entwicklung

Standort

Botanischer Garten
Königin-Luise-Str. 6-8
14195
Berlin

Kontakt

Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
Brückenstraße 6
10179
Berlin
Tel. (030) 9025-2495
/ Fax. (030) 9025-2501

Beteiligte Klimaschützer