Effiziente Energieerzeugung in der Heinrich-Böll-Siedlung

Auftraggeber: 
GSW Immobilien AG/heute Deutsche Wohnen SE
Zeitraum: 
1995 - 1999
Finanzierung: 
Förderung aus Berliner Landesprogramm "Stadtökologische Modellvorhaben", Eigenmittel der GSW, Vattenfall
Erfolg: 
CO2-Einsparung: 83 t/a durch Photovoltaik-Anlage

Die Heinrich-Böll-Siedlung ist ein Modellvorhaben, mit dem nachgewiesen wurde, dass ökologisches Bauen auch im öffentlich gefördertem Wohnungsbau realisierbar ist. In zwei Bauabschnitten sind 330 WE in 17 Häusern mit einer vorbildlichen Außenraumgestaltung gebaut worden.

Um innerhalb des bewilligten Kostenrahmens zu bleiben wurden für den 2. Bauabschnitt unterschiedliche Baustandards ausgeführt, damit konnten die auf dem Markt zur Verfügung stehenden Baumaterialien optimal eingesetzt werden. So entstand das "Ökohaus" in Niedrigenergiebauweise, bei dem innovative neuartige Bauweisen mit bewährten Materialien ausgeführt wurden.

 

Die meisten Gebäude erhielten zur passiven Nutzung der Sonnenenergie eine Südorientierung, ebenso sind die Treppenhäuser, die über alle Geschosse verglast sind, von Süden erschlossen. Auf den drei präzise nach Süden ausgerichteten Gebäuden ist die größte Photovoltaikanlage auf Wohngebäuden in Berlin mit 1360 m² Kollektorfläche installiert worden. Eine Anzeigetafel zeigt die aktuellen und insgesamt erzielten Werte.

Die Auswahl der unterschiedlichen Außenwandkonstruktionen erfolgte nach Himmelsrichtung. So gibt es Konstruktionen aus Liapor-Mauerwerk, aus hoch gedämmten Holzständerwänden und aus gedämmten Kalksandsteinwänden. Im Ökohaus kamen hoch gedämmte Brettstapelwände zum Einsatz. Für die Massivholzdecken in Brettstapeltechnik war aus statischen Gründen eine Zulassung im Einzelfall erforderlich.

Im Ökohaus wurde erstmalig in diesem Umfang im Mietwohnungsbau eine Wandstrahlungsheizung eingebaut. Sie arbeitet mit gleicher Technik und ähnlicher Temperaturspreizung wie die in den anderen Häusern eingesetzte Radiatorenheizung. Sämtliche Innenflächen im Ökohaus sind mit Lehmputz versehen. Zusammen mit den Holzdecken wird damit eine hohe Behaglichkeit und Raumluftqualität erreicht.

Holzfenster mit Wärmeschutzverglasung und einem U-Wert von 1,2 W/m² K wurden in der ganzen Siedlung eingebaut.

Das ursprünglich geplante, dann aus Kostengründen nicht realisierte Blockheizkraftwerk und Nährwärmesystem wurden in den 2000er Jahren von der Firma EKT nachgerüstet (Quelle: GSW).

Thema: 
Energieeffizienz, 
Energieerzeugung
Handlungsfeld: 
Gebäude, 
Wärme / Kälte
Maßnahme: 
Bauliche Maßnahme, 
Erneuerbare Energien, 
KWK, 
Technik / Technologie
Gruppe: 
BBU, 
Klimaschutzvereinbarung
Standort: 
Heinrich-Böll-Siedlung
Heinrich-Böll-Straße
13156 Berlin
Kontakt: 
Deutsche Wohnen SE
Mecklenburgische Straße 57
14197 Berlin
Tel.: (030) 89786-0
Fax: (030) 89786-1000
Foto: Deutsche Wohnen SE
Foto: Deutsche Wohnen SE